Rechtsschutzversicherungen erteilen Deckung im VW-Skandal - aber nie selbst dort anfragen!

Dass einige wenige Versicherungen erfahrungsgemäß versuchen, berechtigte Ansprüche abzuwehren, zeigt sich auch in den VW-Skandalfällen. Nur unseriöse Versicherungen diffamieren Anwälte, die für versicherte Geschädigte eintreten. Den Pressemeldungen, die im Interesse von VW oder im Interesse von Versicherungen erfolgen, sollte nicht vertraut werden, insbesondere nicht, wenn auch noch beleidigende Äußerungen von Versicherungen über Rechtsanwälte veröffentlicht werden.

 

Es liegen bereits viele Urteile gegen Versicherung in VW-Fällen vor, die den Deckungsanspruch bestätigen. Die Versicherungen sind dann auch verpflichtet, Schadensersatz zu leisten, wenn durch die Verzögerung der Deckungszusage dem Versicherungsnehmer ein Schaden entsteht. (z.B. dass er ein übliches Vergleichsangebot von VW im Rahmen einer Klage nicht annehmen kann oder dass sich die Konkursgefahr bei VW später realisiert und der Geschädigte allein wegen der zu späten Klageerhebung leer ausgeht.)

 

Versicherungen haben keinen Ermessensspielraum für Deckungszusagen, sondern sind an ihren Vertrag und an Recht und Gesetz gebunden. Es besteht die eindeutige Pflicht, die Deckung in VW-Fällen zu erteilen. Soweit Versicherungen von Versicherten Verschwiegenheit verlangen, wenn im Rahmen von Deckungsstreitigkeiten Zugeständnisse gemacht werden, halte ich dies für sittenwidrig.

 

Im Gegensatz zu der besonders negativ auffälligen Rechtsschutz Union  bzw. der ARAG (solche Versicherungen sollten künftig gemieden werden) haben sich die NRV Rechtsschutzversicherung und der Roland Rechtsschutz von Anfang an besonders vorbildlich verhalten. Deurag und Ergo sahen auch keine Probleme. Fast alle anderen Versicherungen - sogar HUK, ÖRAG, WGV - erteilen zwischenzeitlich ebenfalls eine Zusage. Die wenigen widerspenstigen Versicherungen wie ADAC und Rechtsschutz Union wurden bisher auf Deckung verklagt. Die DEVK übernimmt freiwillig außergerichtlichen Rechtsschutz. (Sie auch Artikel im "Euro am Sonntag" s.o.).