Ansprüche gegen VW 2019

VW-Abgasskandal 2019 - Klagewelle rollt unaufhaltsam weiter

 

 Gegen die VW-AG verjähren zwar viele Schadensersatzansprüche Ende 2018 allerdings gibt es aufgrund der weiteren Rechtsentwicklung im VW Skandal weitere Möglichkeiten, individuelle Schadensersatzansprüche geltend zu machen; es können also weiterhin Klagen gegen VW erhoben werden.

 

Das LG Berlin hat zuletzt VW am 19.12.2018 erneut verurteilt.

 

Zum einen kommt es für künftige Klagen gegen VW darauf an, ab wann genau der Betroffene Kenntnis von der Betroffenheit vom Abgasskandal hatte. Viele wurden erst durch schriftliche Mitteilungen von der Betroffenheit überrascht. Solche Mitteilungen wurden aber erst ab 2016 verschickt, so dass in diesem Falle die Ansprüche erst am 31.12.2019 verjähren.

 

Wer sich an der VW-Musterfeststellungsklage beteiligt hat, kann ebenfalls jederzeit dort austreten und Individualklage erheben - ausführlich dazu: https://www.openpr.de/news/1032196/VW-Skandal-Musterfeststellungsklage-Rechtschutzversicherung-verhindert-Individualklagen.html

 

Soweit im Rahmen des Abgasskandals für neuere PKW Gewährleistungsansprüche (Garantie) noch bestehen (z.B. VW Touareg 3.0, Porsche Cayenne) können diese weiterhin gegen die Händler geltend gemacht werden (kostenlose Neulieferung, Rücktritt, Minderung).

 

 

Ein weiteres Problem ist auch, ob die 10-jährige Verjährungsfrist gilt, wenn gerichtlich festgestellt wird, dass die Schadensersatzpflicht der VW AG besteht. (vgl. https://www.finanzen.net/nachricht/private-finanzen/euro-am-sonntag-dieselklagen-dicke-luft-vor-gericht-6964384 )

 

 

VW Urteile 2016 / 2017 / 2018: Schadensersatz trotz Update

Dass  die erfolgte  Installation des VW-Software-Updates für Ansprüche der VW-Kläger unschädliche ist, haben mehrere Landgericht seit 2016 entschieden:

 

- am 6.12.2016 das Landgericht Aachen, Az. 10 O146/16 (RAe Dr. Lehnen & Sinnig)

- im November 2017 das LG Frankfurt am Main, Az. 2-3 O 104/17 (RAe Dr. Stoll & Sauer-

- am 22.12.2917 das LG Essen, Urteil vom 22.12.2017, Az. 19 O 174/16,

und schließlich auch jetzt noch einmal für einen VW Tiguan das Landgericht Hamburg

am 7.3.2018, Az. 329 O 105/17 (RA Wietbrok)

 

Andere Gericht haben allerdings auch entschieden, dass ein Update ohne Folgeschäden den Mangel vollständig beseitigt, so dass Gewährleistungsansprüche nicht mehr bestehen. Ob die gleichen Gerichte jetzt anders entscheiden werden, weil ein erheblicher Wertverfall der Skandalfahrzeuge eingetreten ist, wird sich zeigen.